AKTUELL
(letzte komplette Aktualisierung am: 22.08.2019


Filme in Arbeit

Zur Zeit sind zwei Filme in Arbeit.  Eine weitere Folge der Sendereihe "Justice" liegt in der ersten Schnittfassung vor. Diese Reportage thematisiert ein sehr wichtiges Grundrecht hierzulande: die Freiheit der Kunst. Was passiert, wenn Kunst nicht nur gesellschaftliche Probleme aufgreift und behandelt, sondern plötzlich selber die Gesellschaft erregt und Gerichte auf den Plan ruft? Arbeitstitel: "Alles Banane? Die Freiheit der Kunst."


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Demonstration für die Freiheit der Kunst. Berlin im Mai 2019.


Thomas Baumgärtel erzählt von seinen "krummen Dingern".

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Günter Wallraff berichtet über die "Lex Wallraff" - 1981.



Der andere Film trägt den Arbeitstitel: "Wünschen, hoffen, denken. Hilft beten?". Vor diesem Hintergrund stelle ich Menschen und  ihre Geschichten vor. Die Dreharbeiten haben am 9. August 2019 in Bonn mit einer "himmlischen" Episode begonnen. Von Bonn reiste unser Drehteam nach Mecklenburg, dann nach Leipzig und Berlin. Letzte Station ist Paderborn. Der August ist also ein Reisemonat. Im September wird geschnitten. Am 02.10.2019 reist Andreas Kuno Richter nach Odessa zur Filmrecherche.
 

2019

"Justice" 

Eine neue Folge der Justizreportage-Reihe "Justice", die "EIKON Nord" produziert, trägt den Titel: "Der Frauenmörder - keine Gnade für Fritz Honka?". Diesmal wird ein historischer Kriminalfall Grundlage für die Auseinandersetzung mit dem immer aktuellen Thema Strafe und Bestrafung sein.
 
Die Geschichte spielt in Hamburg Altona. Vor gut 40 Jahren sorgt in St. Pauli ein brutaler Frauenmörder für grauenvolle Schlagzeilen. Ein kleiner Mann dessen fürchterliche Taten im Schlager besungen, in Büchern beschrieben und im großen Theater thematisiert werden. Am 21.02.2019 kommt die Grusel-Story von Fatih Akin "Der Goldene Handschuh" in die Kinos.
 
"Justice" recherchiert in Polizei- und Staatsarchiven, spricht mit Zivilfahndern, mit Ermittlern und anderen Zeugen der Zeit. Regisseur Fatih Akin erzählt von seinem neuen Spielfilm, in dessem Mittelpunkt der Frauenmörder Fritz Honka steht. Der Horrorfilm läuft im Wettberweb der Berlinale. Für die Sendung "Justice" äußert Fatih Akin auch seine Gedanken zum immer aktuellen Thema "Strafe und Gerechtigkeit".
 
 
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Titel der "Justice"-Folge: Der Frauenmörder - keine Gnade für Fritz Honka?
Sendung war am 12. Februar 2019 / um 0.30 Uhr auf RTL
(in der Nacht vom 11.02. auf 12.02.2019)
 
 

Film-Expedition

Eine weitere außergewöhnliche Urwaldexpedition nach Neuguinea ist beendet.
Inhalt der Film-Recherche:
 
Eine deutsche Familie, die seit über zehn Jahren in den Regenwäldern Asiens lebt, wird ein bislang unbekanntes Dschungelvolk besuchen. Sie folgt einer Einladung, die nach einem zufälligen Kontakt im Dezember 2017 von den fremden Waldmenschen persönlich ausgesprochen worden ist.

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 Dezember 2017

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Mai 2018
 

Catty – das Waldmädchen

Gedanken zur Filmrecherche
 
Die Moskitos sind unerträglich. Das provisorische Camp liegt direkt am Krokodil-Fluss. Wir warten bei tropischer Hitze auf die Männer, die seit anderthalb Tagen im Sumpfurwald auf der Suche nach dem fremden Volk sind. Dschungel erfahrene Papua. Einer von ihnen spricht die Sprache der rätselhaften Waldmenschen. Vor fünfzehn Jahren hat er hier in der Gegend eine Frau von ihnen „geraubt“ und später für sie bezahlt. Damals war er unterwegs, um das begehrte und wertvolle Sandelholz zu finden. Wir vertrauen dem Mann, der uns dolmetschen soll und wir hoffen schließlich, dass uns die Unbekannten freundlich empfangen werden. Immerhin sind unsere Protagonisten, Christiane, Sebastian und Catty vor einigen Monaten vom alten Häuptling eingeladen worden ...
  
Wir haben Zeit. Vieles geht mir durch den Kopf. Ist unser Plan gut? Sollten wir diese Fremden nicht in Ruhe lassen? Menschen, die in der Steinzeit leben möchten und niemals bis an die Ufer des großen Flusses gehen. Frauen, Männer und Kinder, die allein vom Jagen und Sammeln leben. Waldnomaden. Am dritten Tag marschieren wir los. Keine Ahnung wie lange der Marsch dauert. Immer wieder saugen sich Blutegel an meine Knöchel. Moskitos summen und stechen zu, gnadenlos. Nach Stunden der Angriff. Laut schreiend, schwarz bemalte Krieger mit federähnlichen langen Haaren und mit Pfeil und Bogen bewaffnet, greifen uns an. Sie umzingeln uns. Aufgeregt gestikulierend versucht unser Papua-Dolmetscher die Gruppe der Waldleute zu beruhigen. Erst nach einer Weile taucht aus dem Dickicht der alte Häuptling auf. Der neue, junge Anführer der Gruppe befielt seinen Kriegern, die Waffen herunter zu nehmen ...
  
... weil unsere Papua-Träger viel zu viel Proviant verbrauchen, wird unser Aufenthalt nur fünf Tage dauern.
 
Es genügt, um ein wenig den Alltag der Waldleute zu erleben, ihnen Fragen zu stellen. Wir versprechen, Niemandem in der Außenwelt zu verraten, wo genau sie leben. Noch wollen sie wie ihre Ahnen als Jäger und Sammler im Sumpfgebiet leben. Wie sich die heranwachsende Generation entscheiden wird, bleibt offen.
 
Während der Filmrecherche lerne ich Catty, das Waldmädchen näher kennen. Die Siebenjährige ist stark. Sie entdeckt aufmerksam neue Lebenswelten, ist neugierig auf fremde Menschen. Catty liebt das Universum, erzählt gerne von fernen Welten. Catty sucht die Sterne - jeden Abend. Das Mädchen kümmert sich liebevoll um Urwaldtiere und warum sie so einfach mit den tausend Moskitos zurecht kommt bleibt mir ein weiteres Rätsel ...
 
 
 

Uraufführung TV-Dokumentation

"Herzbrücke. Kinderretter zwischen Hamburg und Kabul." 
wurde am 27. November 2017 im Hamburger Kino ABATON uraufgeführt.

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Danke an alle, die mitgeholfen haben!
 
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Kuno und Paul im Expertengespräch
 
 

Neue Filmprojekte

In Recherche:
 
Vom 15.06.2017 bis 22.06.2017 waren Roland Garve und Andreas Kuno Richter auf einer spannenden Expedition im Regenwald Süd-Thailands unterwegs. Eine Film-Recherche über Naturvölker in dieser Region.
 
Gemeinsam mit einer deutschen Familie, die seit zehn Jahren immer wieder Kontakt zu den "Negritos" aufnimmt, ging es diesmal zu den Maniq - Menschen, die im Wald leben und einen Kontakt zur zivilisierten Außenwelt weitgehend vermeiden.
 
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Als Mani, auch Maniq, wird eine kleine ethnische Gruppe im Süden Thailands benannt. Die Maniq zählen - wie die Semang im nahegelegenen Malaysia - zu den als "Negritos" bezeichneten Waldmenschen. Sie leben traditionell als Jäger und Sammler. Es gibt schätzungsweise 300 Maniq. Mani bedeutet Volk.
 
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Die Soldaten vom thailändischen Militär wollten unbedingt Fotos machen, weil sie noch nie Waldmenschen vom Volk der Maniq gesehen haben. Und wirklich, kaum ein Thailänder hat je einen Maniq gesehen. Jetzt, in der Regenzeit, ist es besonders kraftraubend, die in kleinen Gruppen lebenden Maniq-Familien zu finden.
 
 
 

Gesendet: 

30 Minuten Deutschland – JUSTICE
 

Graffiti-Seniorin gegen Rechts – Vandalismus oder Notwehr?

Bunte Graffitis sind hierzulande allgegenwärtig. Viele halten das für Vandalismus, andere für Straßenkunst. Nach dem Gesetz gilt: Wer unerlaubt mit Farbspray Zeichen oder Bilder auf fremde Flächen malt, begeht Sachbeschädigung und wird bestraft.
 
Was aber, wenn jemand Graffiti-Botschaften übersprüht, weil er meint, sie seien hasserfüllt und sein Tun daher Notwehr? JUSTICE ist so einem Fall nachgegangen, der weltweit für Schlagzeilen sorgt.
 
JUSTICE – Die Justizreportage mit Richterin Julia Scherf
 

Reportage 2016:

Andreas Kuno Richter und Christian Büttner gingen für eine TV-Dokumentation an Bord der "Sea Watch 2" im Mittelmeer. Für die Filmemacher war es der bislang härteste Dreh überhaupt. Niemand der beteiligten Akteure konnte vorher ahnen, was sich in den beiden Wochen vor der libyschen Küste, außerhalb der 24-Seemeilenzone, abspielen würde ...
 
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 Erstausstrahlung der Dokumentation:
"Am Limit. Zeugen der Katastrophe im Mittelmeer." war am 18.08.2016 um 00.30 Uhr auf RTL
 
Hier klicken: Link zum kompletten Film auf der Mediathekseite von RTL - kostenfreie Ansicht!
 
weitere Ausstrahlungen waren am: 05.09.2016 um 17.05 Uhr im
Nachrichtensender n-tv und am: 21.10.2016 
 
Die Ärztin Barbara notiert am 26. Mai 2016 in ihrem privaten Logbuch:
"Tausende Menschen sind derzeit auf der Flucht über das Mittelmeer.
 
Fast 3000 konnten am 24.5.2016 aus Seenot gerettet werden, etliche - niemand weiß, wie viele, starben. Seit die Balkan-Route dicht gemacht wurde, ist das für die meisten Flüchtenden derzeit die einzige Alternative ... 

... Für uns auf der Sea-Watch wird das, was für viele ... eine ferne Katastrophe bleibt, sichtbar. Fühlbar. Greifbar. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Katastrophe bekommt ein Gesicht. Für mich das Gesicht von Feris. Ich griff nach dem kleinen zweijährigen Jungen, den Martin mir in die Arme legte. Seine Mutter hatte ihn von dem schaukelnden Schlauchboot an die Helfer der Seawatch übergeben, und im ersten Augenblick waren wir nicht mal sicher, ob er noch lebt. Was für ein Schmerz für eine Mutter, ihren kleinen Jungen, dem Tode nah, völlig fremden Menschen anzuvertrauen.

Trotz Routine als Notärztin zitterten mir die Hände, als ich Medikamente aufzog und die Infusion vorbereitete. Mit dem Stethoskop hörte ich auf Herz und Lunge des Kindes. Das Herz schlug kräftig, der Atem war schwach und rasselnd ... Die Augen waren halb offen, aber er sah uns nicht, war viel zu weit weg ... "
 
Die Filmemacher Andreas Kuno Richter und Christian Büttner haben diese und andere Szenen an Bord der Sea-Watch dokumentiert. Der kleine Junge wurde auf ein Schiff von Ärzte ohne Grenzen gebracht und hat überlebt. Einen Tag später entdeckt der Journalist Andreas Kuno Richter selbst mit dem Fernglas auf dem Ausguck ein überfülltes Schlauchboot. Über 130 Menschen, ohne Funkgerät, völlig erschöpft, wären in den sicheren Tod getrieben.
Wenig später fotografiert Kameramann Christian Büttner, wie Martin - ein Aktivist der Sea Watch - einen leblosen Säugling in den Armen hält ... das Foto bewegt die Welt ...
 
 
Am 31.05. kam das TV-Team völlig erschöpft in Berlin-Tegel an.
Der Film über die dramatischen Ereignisse wurde von der EIKON Nord Film- und Fernsehproduktion in Zusammenarbeit mit der EKD für RTL produziert.
 
 
TV-Ausstrahlung:
SAT1 / 08.03.2016 / 22.10 Uhr
Dokumentation "Bei Anruf Herz - Letzte Chance Organspende"
 
Mehr als 10.000 Menschen warten derzeit in Deutschland auf ein Spenderorgan. Im Jahr 2015 gab es aber nur 877 Spender. Bis zu drei Menschen sterben täglich wegen fehlender Organe. Die SAT.1-Eventdoku zeigt anhand von Schicksalen, wie Patienten und Angehörige mit der Warte-Situation umgehen, ihren schwierigen Alltag und wie ihre Hoffnungen und Ängste aussehen.
 
Andreas Kuno Richter und Christian Büttner haben für diese Dokumentation aus Thailand und Bangladesh über den illegalen Handel mit Nieren berichtet.
 
(siehe KR.FILM)
 

 Ereignisse

Treffen mit Pater Heinz Kulüke in Rom
 
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11. März 2016 - die Filmemacher Christian Büttner und Andreas Kuno Richter gemeinsam mit Pater Heinz Kulüke im Collegio del Verbo Divino, Via dei Verbiti in Rom. Der Generalsuperior erhält eine Spende für sein Hilfsprojekt in Cebu auf den Philippinen.
 

Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis

die EIKON-Nord-Dokumentation "Sie mussten die Hölle sehen. Auf der Flucht vor Boko Haram." wurde für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.
 
(Nominierung zum Deutschen Fernsehpreis: hier klicken)
 
 Deutscher Fernsehpreis / Veranstaltung war am
 Mittwoch, dem 13.01.2016 in Düsseldorf
 
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Andreas Kuno Richter, Christian Büttner, Thorsten Neumann
 

Zur Drehreise nach Thailand und Bangladesh.

 
Vom 16.01.2016 bis 23.01.2016 waren Kameramann Christian Büttner und Autor Andreas Kuno Richter zum Thema "Organhandel"  unterwegs.
 
 
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Drehtagebuch Bangladesh Januar 2016
– Auszug –
 
Am 17. Januar fliegen wir vom thailändischen Bangkok in Bangladeshs Hauptstadt Dhaka. Es ist Sonntag. Kein Feiertag dortzulande (Freitag wird nicht gearbeitet). Der Autoverkehr ist unglaublich. Die Straßen sind übervoll, das Gehupe kaum auszuhalten. Rücksichtslos geht es zu. Regeln gibt es nicht und alle halten sich daran. Kameramann Christian Büttner und ich sind im Auftrag der Berliner Firma KR.Film unterwegs. Arbeitstitel der geplanten SAT.1-Doukmentation: „Operation Ogranspende“. Wir fahren in den ärmsten Teil des Landes in die Kalai-Region. Die Dörfer dort – nahe der indischen Grenze – haben weltweit für Schlagzeilen gesorgt, weil hier schon mehr als zweihundert Menschen ihre Nieren verkauft haben sollen ...
 
19. Januar 2016. Am dritten Tag fährt uns Sumon, ein Kraftfahrer aus Dhaka, in den Nordwesten des Landes. Beim Anblick der umweltverschmutzten Landschaft denke ich an meinen Lieblingsautor Henning Mankell. In seinem Buch „Der Chinese“ sinneriert ein Protagonist über Armut:  „Vom Auto aus hatte Hong (in Mosambik) die karge Landschaft und die grauen Dörfer gesehen und daran gedacht, dass Armut immer gleich aussieht, wo man ihr auch begegnet. Reiche können ihren Wohlstand dadurch ausdrücken, dass sie Variationen in ihr Leben bringen. Mehrere Häuser, Kleider, Autos. Oder Gedanken, Träume. Für die Armen gab es nichts als diese graue Unfreiwilligkeit.“ Genauso in Bangladesh. Außerhalb der Hauptstadt leben unzählige Menschen weit unterhalb der Armutsgrenze. Bei den meisten reicht es kaum für den eigenen Lebensunterhalt. Später sprechen wir mit einer Dorfbewohnerin.
 
Die Mutter zweier Kinder, Joshna Begum, hat eine Niere für dreieinhalbtausend Dollar verkauft. Sie fühle sich seit der Operation immer fiebrig, kann nur schmerzfrei stehen. Niemand hat sie vor solchen medizinischen Folgen gewarnt.
 
Der illegale Nierenhandel in Bangladesch floriert. Die Armut treibt die Menschen in die Hände der Organmafia. Bereitwillig nehmen die Dorfbewohner verheerende Folgen für ihre Gesundheit in Kauf.
 
Unsere geplanten Dreharbeiten gestalten sich als kaum realisierbar und gefährlich. Schnell sind Polizei und andere Sicherheitsleute uns auf der Spur. Eine offizielle Erlaubnis für unsere Recherchen gibt es natürlich nicht. Wir versuchen zu filmen, was möglich ist. Leider haben wir zu wenig Zeit dafür.
 

TV-Sendung der Nigeria-Dokumentaation:

Ausstrahlung war am 22.11.2015 um 23.40 Uhr bei RTL:
 

"Sie mussten die Hölle sehen. Auf der Flucht vor Boko Haram."
Es ist die Reise der pensionierten Pastorin Renate Ellmenreich durch Nord-Nigeria
(Reportage/45 Minuten).
 
Das Team begleitet die Deutsche, die sich mit ihrem Verein "Widows Care" in Afrika engagiert.
 
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   Wiederholung war am 30.11.2015 auf ntv
 
 

 zur Drehreise durch Nord-Nigeria

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Sicherheit am Rande des Boko-Haram-Gebietes
 
 
 
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Dieser Dreh war in vielerlei Hinsicht anders ...
 
Am 01.08.2015 sind Christian Büttner und Andreas Kuno Richter in Berlin-Tegel gelandet.
 

Drehtagebuch Nigeria 2015

- Auszug -
 
17.07.2015 – Freitag. Seit drei Tagen sitzen wir in Nigerias Hauptstadt Abuja fest. Unser Quartier, das Gästehaus der EYN-Kirche (EYN - Ekklesiyar Yan'uwa a Nigeria) ist bewacht. Mauern und Stacheldraht sollen Kirche und andere Gebäude schützen. Bisher haben wir nur Geld getauscht (für einen Dollar bekommt man 240 Naira).  Für eine Filmerlaubnis mussten wir im Ministerium für Information 500 Dollar bezahlen. Ein Dreh ohne diese Genehmigung wäre in diesem Land nicht nur wegen der gefährlichen Zustände sehr schlecht.
 
Abuja liegt in Zentral-Nigeria. Die Entstehungsgeschichte dieser Metropole erinnert mich an Brasilia in Brasilien. Mitte der 70er Jahre fasste die nigerianische Regierung den Beschluss, die Hauptstadt von Lagos in das Zentrum des Landes zu verlagern. Eine Stadt wird auf dem Reißbrett erschaffen. Vor drei Jahren zählte man hier 1,5 Millionen Einwohner – heute sind es mit Sicherheit wesentlich mehr, auch wegen der vielen Flüchtlinge aus dem Norden des Landes, dort wo der Boko-Haram-Terror wütet. Abuja liegt zwischen dem muslimisch dominierten Norden und dem christlich dominierten Süden Nigerias.
 
Gegen 9.00 Uhr, nach dem kleinen Frühstück, Rührei und Yamswurzel, brechen wir auf nach Jos. Unsere Driver Nico und John fahren mit ihren eigenen Autos, beides alte Volkswagen Passat. Der Straßenverkehr in Abuja ist ein einziges Abenteuer. Überall fuchteln sogenannte Verkehrspolizisten wie wild mit den Armen umher. Weil diese Frauen oder Männer gelbe Warnwesten tragen und immer ungestüm zappeln, nennt man sie passender Weise yellow fever. Unsere Fahrer kennen die wichtigste Regel: wer am wenigsten Angst um sein Auto hat, fährt zuerst. Und wichtiger als Bremsen sind Hupen. Wir verlassen Abuja laut hupend auf dem Highway. Hier spazieren Kinder und Alte, bieten irgendwelchen Krempel an, den sie in Schüsseln auf dem Kopf tragen ...
 
... wir nähern uns nach einer knappen Stunde dem Plateau State. Christian und ich wollen nun erstmals Renate Ellmenreichs Reise zu den Witwen und Waisen dokumentieren – also filmen. Beide Kraftfahrer weigern sich, deswegen anzuhalten. Es sei zu gefährlich in den Buschgebieten. Überall können Boko-Haram-Leute versteckt sein, die urplötzlich parkende Autos überfallen. Es gibt zudem eine spezielle Splittergruppe von Boko Haram, die Ansaru, die Ausländer entführt. Deswegen wollen Nico und John nicht, dass wir auf Straßenmärkten drehen. Sie haben vor allem vor den Moslems große Angst. Jeden Freitag um 14.00 Uhr, wenn die Moslems beten, flüchten die Christen von den Straßen ...
 
... kurz nach 18.00 Uhr wird es langsam dunkel. Christian und ich stehen an der Schranke zum compound der EYN-Kirche in Jos. Compound sagen die Leute hier zu den umzäunten Gebäudekomplexen in Nigeria.
 
... beim Gebet in einer Moschee in Damaturu (Yobe State im Norden Nigerias unweit von Maiduguri, Renates eigentliches Reiseziel) haben bei Selbstmordanschlägen heute über einhundert Menschen ihr Leben verloren ...
 
... auch dieser Tag hat den großen Nachteil, dass wir einfach nicht filmen können. Sind die Ängste der Driver berechtigt? Werden wir überhaupt bis nach Maiduguri kommen? Warum gibt es keine Sicherheitsleute, die uns schützen? Es sind wieder zu viele Fragen ...
 

Rückschau - Ende 2014 bis Anfang 2015:

Vom 22.12.2014 bis zum 01.01.2015 waren Kameramann Christian Büttner und Autor Andreas Kuno Richter auf gigantischen Mülldeponien auf der Philippinischen Insel Cebu unterwegs. Entstanden ist eine sehr bewegende Reportage mit dem Titel:
 
"Endstation Müll. Verloren zwischen Abfall und Sextourismus."
 Vorausstrahlungen waren: 07.05.2015 / 16.10 Uhr / n-tv und am 14.05.2015 / 11.10 Uhr / n-tv
(Interview: hier klicken)
 
Schon nach der ersten Ausstrahlung im Nachmittagsprogramm von n-tv gabe es zahlreiche Reaktionen und erste Spenden für Pater Heinz Kulükes Hilfsprojekte. Bis Ende August 2015 sind 13.622,79 € gespendet worden.
 
Lies mehr über Anschauen und helfen: Reportage 'Endstation Müll' 14.5., 11.00 Uhr, n-tv - RTL.de 
 
Hauptsendung bei RTL war am 14.06.2015 um 23.20 Uhr
 
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 Roselyn Bacalla (19) lebt auf und von der Deponie. Sie teilt mit den Eltern und 13 Geschwistern eine winzige Hütte. Ihr Lebenstraum ist es, einmal als Krankenschwester zu arbeiten.
 

Auszug Drehtagebuch – Dezember 2014: Cebu-City

Philippinen: 27.12.2014 / 23.00 Uhr
 
Wir haben jetzt drei Drehtage hinter uns und wir sind jedesmal am Abend fassungslos. Wir gehen in ein Fast-Food-Restaurant und bekommen kaum einen Bissen runter. Das versteht nur, wer durch diese "Tür" gegangen ist wie wir. Wir sind in einer Welt voller Elend gelangt. Wenn du neben dir siehst, wie Kinder im grauenvoll stinkenden Müll sich freuen, einen Apfelrest gefunden zu haben und ihn essen, wie die Kinder zuerst nach Nahrung wühlen - das hältst du kaum aus. Diese kleinen schutzlosen Wesen sind im Körper voller Würmer, sie leiden unter Asthma, haben schlimme Hautkrankheiten. Der Tod wohnt auf der Deponie. Moskitos, Ratten in den Hütten, sie huschen vorbei, wenn du ein Interview machst ... Da saß gerade in einer Elendshütte mitten auf der Mülldeponie Umapad eine Familie mit 14 Kindern auf dem Boden und hat etwas Reis zum Abendbrot geteilt. Das Geschirr haben sie im Müll gefunden. Alles kommt aus der Deponie. Alles.
 Ich frage hier die 19jährige Roselyn Bacalla, wovon sie träumt:
sie möchte regelmäßig in die Schule gehen können, sie möchte Krankenschwester werden, weil sie den Armen helfen will. So ähnlich sagte es mir auch Jomarie. Sie möchte Lehrerin werden ...
Unser “Dolmetscher” ist jener Missionar, der uns zu den ärmsten Leuten bringt. Seit Jahrzehnten ist er mit ihnen zusammen, er bringt Medizin und er zeigt ihnen Wege, wie sie der menschengemachten Hölle entkommen können. Pater Heinz Kulüke scheint niemals zu schlafen. Pro Jahr reist er in fast 80 Länder. Hier in Cebu kennen ihn die Menschen, die “am Rand der Gesellschaft” leben alle. “Rand der Gesellschaft” – so sagt es Pater Heinz ...
Die Regierung hier will nicht, dass man solche elenden Deponien zeigt ... sie existieren offiziell gar nicht.
Noch drei Tage bis Neujahr. Wir haben beschlossen, jeden Tag zu drehen. Und das wird hart - verdammt hart. Morgen sind wir am Abend dann unterwegs mit Pater “Paul”. Er will uns zu den Mädchen und Frauen bringen, die auf den Strich gehen, weil sie vom Müll ihre Familien allein nicht ernähren können.
 

Rückblick

 
Im Dezember 1991 entstand schon einmal im Auftrag von RTL eine Reportage auf den Philippinen.
 
"Heller Wahnsinn. Ein Anarchist als Bewahrungshelfer."
 
Es war in jener Zeit, als kurz zuvor der gigantische Ausbruch des Pinatubo-Vulkans den Lebensraum unzähliger Menschen auf der Insel Luzon vollständig zerstört hat.
 
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Ein Foto vom Dezember 1991. Aufgenommen in einem Flüchtlingscamp knapp 100 Kilometer nordwestlich von Manila in den Zambales-Bergen.  Unzählige Kinder auf den Philippinen haben damals ihre Eltern verloren.
 
 

Martin Luther King in der DDR

Filmpräsentation
Termin
13.09.2014 / 18:00 Uhr
 
Veranstalter
Evangelische Kirchengemeinde St.Petri-St.Marien
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
RTL
EIKON Nord
 
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Zum Film 

Die Fernsehdokumentation zeigt eine faszinierende Zeitreise junger Menschen. Bislang kaum bekannte Bilder vom Berlinbesuch Dr. Kings sind zu sehen. Der Film fragt, welche Auswirkung die Botschaft Martin Luther Kings gegen Rassismus und für gewaltfreie Konfliktlösung bis heute hat. Eine der Schülerinnen sagt: "Ich hoffe, dass ich irgendwie dazu beitragen kann, dass sich die Welt ein bisschen ändert. Das ist mein Traum. I have a dream!" 
 
Zum Jahrestag des Berlinbesuches von Martin Luther King wurde die Dokumentation am Ort der Predigt von King, in der St. Marienkirche in Berlin-Mitte aufgeführt. 
"Der King-Code" - ein Film der EIKON Nord GmbH für RTL, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.
  
Sendetermin
Erstausstrahlung war am: "Der King-Code. Martin Luther King in Berlin" 06.04.2014 um 23.30 Uhr, RTL

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Presseinformation

 
Die RTL-Dokumentation "Der verlorene Sohn. Uwe Böhnhardt - der Weg in den Untergrund" hat den DRK-Medienpreis in der Sparte Fernsehen gewonnen
 

Laudatio

(Auszug) 
 
"Verfolgt man die Aufgeregtheiten der letzten Wochen und Monate von Politik und Justiz um den Prozess gegen Beate Zschäpe oder den erneuten Anlauf, ein Verbot der NPD zu erreichen, so bleiben für mich nur drei Attribute zutreffend: ratlos, mutlos, kraftlos. Ein Gericht, das rechtlich korrekt und dennoch nicht richtig verfährt, ein Parlament, das sich lieber enthält als sich eindeutig zu verhalten, eine Gesellschaft, die in weiten Teilen lieber tatenlos zuschaut als kraftvoll zu reagieren. Der Film von Andreas Kuno Richter wirkt dagegen wie eine Befreiung, zeigt er doch eine völlig andere Seite und untermauert den Aufruf von Roland Jahn: “Wir alle können etwas tun.” ...
 
 ... Sachlich und unaufgeregt zeigt der Film von Andreas Kuno Richter, wie mit Rat und Tat, mit Mut und Kraft eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus erfolgversprechend verlaufen kann. Der Film war für die Jury nicht nur preiswürdig, sondern sollte darüber hinaus zum Pflichtbeitrag in allen Schulen werden."
 
 

Veranstaltung im Theaterhaus in Jena

Am Mittwoch, dem 29.05.2013 wurde in Jena der Film "Der verlorene Sohn" aufgeführt. 
 
Es gab voll besetzte Ränge im Theaterhaus. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zorniger Engel debattiert“ wurde nach der Filmvorführung zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Nationalsozialistischer Untergrund NSU eingeladen.
 
(OTZ-Artikel vom 31.05.2013 hier klicken)
 

2013

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Die Amazonas-Dokumentation "Gottes Kinder. Unter Amazonas-Indianer." wurde am 12.05.2013 um 23.40 Uhr auf RTL gesendet.
 
 ( Trailer hier klicken )
 
Zur neuen Fernseh-Dokumentation:
"Der King-Code. Martin Luther King in Berlin."
 Sendung: 06.04.2014 um 23.15 Uhr / RTL
 Fotos und Videos vom Dreh hier klicken: www.king-code.de oder unter Galerie
 

einige Rückblicke


Filmfest Burg Klempenow:
 
"Der neue Heimatfilm" im August 2012 zeigte den Kino-Dokumentarfilm "Leben wie im Paradies." von Andreas Kuno Richter Das Filmfest war gut besucht und das Publikum sehr interessiert.
(Flyer mit Festival-Programm hier klicken)
 

2011 gesendet:

 TV-Dokumentation: "Die Vergessenen. Tod, wo andere Urlaub machen."
Ein Film, der von Menschen erzählt, die versucht haben, durch den „Eisernen Vorhang“ über Bulgarien in die Freiheit zu gelangen.
von Freya Klier & Andreas Kuno Richter
 
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TV-Dokumentation: "Kurzer Prozess. Eine Seefahrt in den Stasiknast."

Fünf Tage nach dem Mauerbau 1961 werden junge DDR-Christen Opfer der SED-Diktatur.
Absurde Vorwürfe bringen sie in den Stasiknast.
Öffentliche Aufführung war auch am 09.08.2012 um 18.00 Uhr in Berlin
 
"Kurzer Prozess. Eine Seefahrt in den Stasiknast"
 
 (Flyer hier klicken)
 
(Veranstaltungsnachlese - Fotos und Audio -  hier klicken)
 

2012 gesendete Fernsehdokumentation: 

 
"Der verlorene Sohn. Uwe Böhnhardt - der Weg in den Untergrund." 
 
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Wird der eigene Sohn zum mutmaßlichen Serienmörder, ist die Verzweiflung der Eltern schier unerträglich. Brigitte und Jürgen Böhnhardt, die Eltern des NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt haben mit Schülern aus Jena-Lobeda über das Unverzeihliche gesprochen. Sie erzählen den 16 bis 17jährigen, die heute in Uwe´s Schule lernen, vom geliebten Nesthäkchen.
 
Die Schüler der 11. Klasse setzen sich in einem Videoworkshop mit dem Rechtsradikalismus auseinander. Den Kurs leitet der Streetworker Thomas "Kaktus" Grund.
 
Die Dokumentation zeigt den ganz persönlichen Weg Uwe Böhnhardts in den Untergrund. Warum haben die Eltern Böhnhardt ihren Sohn verloren?
 
Eine EIKON Nord Filmproduktion im Auftrag von RTL in Zusammenarbeit mit der EKD
 
(Trailer hier klicken)
 

In Recherche

In Planung

Weitere Planungen für den Kino-Dokumentarfilm "Seelenschaukeln."
 (Josef und die Hängematten.)
 
außerdem:
 
Reportage. "Leben in zwei Welten. Die Buschmann-Kinder." 
Namibia - noch ohne Redaktion

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laufende langfristige Recherchen:

 
Dokumentarfilm. Arbeitstitel: "Nimuendajú."
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Curt Unckel-Nimuendaju aus Jena
 
Dokumentarfilm: "Flotte Bienen. Das langsamste Roadmovie der Welt.